Nun aber los!

Wir haben einen straffen Zeitplan, sodass wir die Erkundung der Werkstatt zunächst beenden und mit unserem „Auftrag“ beginnen.

Der Auftrag besteht darin, das Plakat zum 10 jährigen Bestehen des „Vereins für die Schwarze Kunst“ zu drucken. Willi Beck hat vorab dazu einen groben Entwurf geschickt, den wir ein wenig überarbeiten. Conny hat alle Ziffern angedruckt (Ziffernhöhe ca. 23 cm!) und ich schneide sie aus, um ein Klebelayout zu erstellen.

Mit Hilfe eines HKS-Fächers ordnen wir den einzelnen Ziffern Farben zu und versuchen, in den vorhandenen Farbdosen das Passende zu finden. Wie auch im Farbenlager der HBK, ist von außen nicht unbedingt zu erkennen, welche Farbe sich im Innern der Dose befindet und es hilft nur, die Dose zu öffnen und die Farbe auszutupfen, d.h. mit dem Finger wird die Farbe so lange auf Papier getupft, bis der Auftrag sehr dünn ist und dem Auftrag in der Druckpresse entspricht.

Schlußendlich sind wir sehr zufrieden mit der Farbwahl und können (endlich) mit der Produktion beginnen!

Als erstes muss das Fundament (die ebene Fläche der Andruckpresse, auf der das Druckbild platziert wird) in der Höhe verstellt werden, da die großen Holzlettern aus Italien kommen und höher als deutsche Standardbuchstaben (23,56 mm) sind.

Wir beginnen mit der fünf. Anhand des Klebelayouts positionieren wir die Ziffer annähernd auf Stand und „schließen“ nun die Form. In diesem Fall besteht die Form nur aus der einzelnen Ziffer – bei Texten sind das ganze Textblöcke.

Schließen bedeutet, dass die Form im Fundament fest eingebaut wird. Dazu werden Stege und Schließzeuge angebracht.

Unterschiedlich lange Stege werden von klein nach groß platziert: nah an der Form die kürzeren und zum Rand hin die größeren. 

Außerdem ist es wichtig, dass Regletten (dünne Stege aus Blei, die üblicherweise als Zeilendurchschuss verwendet werden) nicht direkt hinter das Schließzeug gesetzt werden, da sich das Spannelement des Schließzeuges dort hineindrücken könnte. 

An der Seite, wo sich die Anlage des Papiers befindet, wird das Füllmaterial exakt eingebaut und das Schließzeug wird an der gegenüberliegenden Seite angebracht.

ÜBRIGENS: wenn ich etwas beidseitig (Vorder- und Rückseite) bedrucke, ist es wichtig, dass das Papier jeweils an der gleichen Papierkante angelegt wird. Dazu muss an der Andruckpresse der Anschlag auf gegenüberliegende Seite montiert werden.

 

Die fünf macht es uns leicht. Der Stand muss nur wenig korrigiert werden, noch ein Streifen Papier darunter und schon steht sie in leuchtendem Grün auf dem Papier. Wir mussten nicht viel „zurichten“, was das Ausgleichen von Unebenheiten in der Druckform für ein perfektes Druckbild beschreibt.

Siehe ZURICHTEN (folgt)

 

Die Ziffer 6 ist etwas schwieriger: Stand und Zurichtung gehen einigermaßen leicht von der Hand, aber beim Drucken kommen immer wieder schwarze Flecken zum Vorschein. Hierbei handelt es sich um schwarze Farbe aus vorherigen Druckdurchgängen, die noch auf bzw. besser in der Holzziffer gespeichert ist. Da heißt es: etwas „Stärkeres zur Hand nehmen und Putzen, Putzen, Putzen

Aber auch das bekommen wir in den Griff. Dank der Tageslichtfarbe leuchtet die sechs nun in herrlichem Gelb neben der grünen fünf. 

Wir beenden den Tag mit dem 2. von insgesamt 7 Druckdurchgängen.